Chatten versus Reden

Oft wird gefragt, ob das Kommunizieren im Internet insgesamt eine Bereicherung des kommunikativen Miteinanders darstellt, oder ob etwa vieles Chatten dazu führt, das Reden von Angesicht zu Angesicht auf bedauerliche Weise verarmen zu lassen.
Diese Frage ist nicht ganz unberechtigt. Tatsächlich spielt das Chatten im Leben vor allem von Schülern eine erhebliche Rolle. Kaum zu Hause angelangt, loggen sie sich in ihr Chatprogramm ein und dann geht ein lebhaftes Kommunizieren los, oft mit mehreren Freunden gleichzeitig. Im Handumdrehen verfliegt dabei die Zeit, und ehe man es sich versieht, ist der Abend vorbei und damit auch die Gelegenheit, sich nicht nur am PC, sondern auch mal wieder offline zu treffen.
Auf der anderen Seite aber ermöglicht das Chatten, auch dann mit den Freunden zu "reden", wenn man sowieso nicht dazu gekommen wäre, sich mit ihnen zu verabreden. Die meisten Menschen chatten, während sie nebenbei noch andere Dinge erledigen. Man tauscht sich über Kleinigkeiten aus, die manchmal auch zu großen Gesprächen führen können. Viele Freundschaften intensivieren sich durch das zwanglose Chatten, erst recht dann, wenn der andere nicht am selben Ort wohnt und es gar nicht die Möglichkeit gibt, sich mal schnell auf einen Kaffe oder ein Bier zu verabreden.
Solange das Chatten das nicht zur Sucht wird, kann es insgesamt das Kommunizieren bereichern. Mit den meisten Freunden redet man trotzdem noch genau so viel wie früher. Oft ersetzt das Chatten einfach nur das Telefonieren, man nutzt es, um sich zu verabreden oder einfach mal schnell zu fragen, wie es so geht.
Ähnlich wie auch andere Formen des Kommunizierens im Internet, sei es über soziale Plattforen wie Myspace oder facebook, sei es über Foren, in denen man sich zum Plaudern zusammenfindet, ergänzt das Chatten eher das Reden, statt es etwa zu ersetzen. Wer gern nahen Umgang mit seinen Freunden hat, wird meistens sowohl reden als auch chatten.